Ritterturniere dienten ursprünglich als militärische Übung zur Einübung der Waffenkunst, entwickelten sich jedoch zunehmend zu rituellen Inszenierungen und sportlichen Wettkämpfen im Rahmen höfischer Feste. Während bei Massenturnieren (Buhurt) und Zweikämpfen (Tjost) zunächst scharfe Waffen zum Einsatz kamen, führten Regeländerungen ab dem 13. Jahrhundert zur Verwendung abgestumpfter Waffen, um schwere Verletzungen zu vermeiden. In der frühen Neuzeit verlagerten sich diese Spiele weiter in Richtung festlicher Repräsentation des Adels, bevor sie durch die Professionalisierung des Kriegswesens und den Aufstieg des Bürgertums an Bedeutung verloren.