In Die Entdeckung des Mittelalters bietet der renommierte Historiker Peter Raedts eine faszinierende Analyse darüber, wie unsere Vorstellungen von dieser Epoche durch die Zeitläufe geformt wurden. Das wissenschaftlich fundierte Hardcover-Standardwerk hinterfragt kritisch, ob das Mittelalter eine dunkle, barbarische Zeit oder eine nostalgische Projektionsfläche romantischer Ideale war. Auf 431 Seiten nimmt Raedts Sie mit auf eine spannende Reise durch die Rezeptionsgeschichte vom 18. bis zum 19. Jahrhundert.
Dabei beleuchtet der Autor den Wandel gesellschaftlicher Wahrnehmungen und die Einflüsse bedeutender Denker wie Herder, Novalis, Adam Smith und Voltaire. Er zeigt auf, wie nationale sowie religiöse Mythen in Europa entstanden und das Bild einer vermeintlich solidarischen Gemeinschaft konstruierten. Dieses Werk ist ein unverzichtbarer Überblick für alle, die verstehen wollen, wie historische Narrative unsere moderne Identität prägen.
Das Buch überzeugt durch seine tiefgreifende Forschungsgeschichte und legt verschiedene Mittelalter-Konstruktionen frei, die bis heute nachwirken. Als Professor für mittelalterliche Geschichte liefert Raedts mit diesem Werk ein anregendes Magnus Opum, das dazu auffordert, eigene Geschichtsbilder zu überdenken. Ob für Fachleute oder Geschichtsinteressierte, diese hochwertige Ausgabe vom Verlag Philipp von Zabern ist eine Bereicherung für jede Bibliothek und bietet wertvolle Denkanstöße zur europäischen Vergangenheit.